Die Welt hat ihren Mephisto gefunden – oder besser gesagt: ihre Mephistos. In Putin und Trump zeigen sich zwei Figuren, die wie Goethes diabolischer Protagonist die Rolle des „Geistes, der stets verneint" verkörpern. Sie sind Meister der Zerstörung etablierter Ordnungen, Verführer ihrer Anhänger und gleichzeitig Katalysatoren für eine notwendige Auseinandersetzung mit den Schwächen unserer Demokratien und globalen Strukturen.
Putin – Der zynische Verneiner der Weltordnung: Wie Mephisto verkörpert Putin die Verneinung des Bestehenden. Er greift die liberale, regelbasierte internationale Ordnung an, nicht aus ideologischer Überzeugung, sondern aus strategischem Kalkül und der Verachtung für demokratische Werte. Seine Kriegsführung in der Ukraine, seine Manipulation von Informationen und seine Spaltung des Westens sind mephistophelische Taktiken: Er säht Zweifel, schürt Ängste und nutzt die Schwächen seiner Gegner aus.
Trump – Der Verführer der demokratischen Normen: Trump wiederum spielt die Rolle des Verführers, der seine Anhänger mit kurzfristigen Versprechungen, emotionalen Appellen und der Ablehnung etablierter Wahrheiten lockt. Wie Mephisto Faust vom Streben nach echter Erkenntnis abbringt, lenkt Trump die öffentliche Debatte von substanziellen Fragen ab hin zu Spektakel und Polarisierung. Seine Verachtung für Institutionen, Expertise und Fakten macht ihn zu einem modernen Mephisto.
Die Wette ist im Gange: Genau wie Mephisto mit Gott um Fausts Seele wettet, stehen Putin und Trump stellvertretend für eine globale Prüfung: Können Demokratien, offene Gesellschaften und internationale Zusammenarbeit diesen Kräften der Verneinung und Zerstörung standhalten? Oder werden sie – wie Faust – verführt, geschwächt und letztlich besiegt?